Roboter macht Praktikum im Altenheim
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Servierer ohne Sozialkompetenz
Pressetext Austria
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Aktionswoche vom 30.07. bis 08.08.2010 in Bayern
Jeder weiß, dass die Qualität von Arbeit und insbesondere der Pflege auch davon abhängt, dass ausreichend Zeit zur Verfügung steht – und, dass die Gesundheit auch der Pflegenden betroffen ist, wenn der Zeitdruck dominiert. Den dringenden Wunsch nach guter Pflege haben Pflegebedürftige und Pflegende.
Von Seiten der Kostenträger, der Kranken- und Pflegekassen, werden die Vergütungen schon seit Jahren nicht den tatsächlichen Kostenentwicklungen angepasst. In der Folge nahm und nimmt der Zeitdruck in der Pflege immer mehr zu – längst ist von „Rennpflege“ die Rede. Diese Dauerbelastung geht auf Kosten der pflegebedürftigen Menschen und des Gesundheitszustandes der Pflegekräfte!
Wir setzen uns gemeinsam für eine angemessene Vergütung der ambulanten Pflege ein. Die professionell Pflegenden brauchen mehr Zeit und mehr Ressourcen die hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in Würde zu pflegen und zu versorgen. Ambulante Pflegedienste gewährleisten über die eigentliche Pflege hinaus Sicherheit und Ansprache. Sie sind häufig die einzigen Ansprechpartner für hilfebedürftige Menschen, wenn keine Angehörigen sich kümmern (können). Sie organisieren schnellstmöglich die nötige Pflege und Versorgung im Anschluss an die immer frühere Patientenentlassung aus dem Krankenhaus – und sorgen damit für enorme Einsparungen bei den Krankenkassen. Professionelle ambulante Pflege und Betreuung muss dringend gestärkt und in ihrer Verantwortung für die hilfebe- und pflegedürftigen Menschen gestützt werden – sie darf nicht weiter ausgenutzt werden!
Anmerkungen der Redaktion:
Bitte unterstützen Sie diese Aktion auch wenn Sie beruflich nichts damit zu tun haben. Wir alle wünschen uns im Alter zuhause selbstbestimmt leben zu können. Dazu brauchen wir aber irgendwann einmal auch die Unterstützung eines Pflegedienstes. Die einen mehr, die anderen weniger - je nach dem wie sich der körperliche Zustand später entwickelt und ob wir Angehörige haben, die sich um uns kümmern können.
Es wird immer deutlicher in diesem Gesundheitssystem, daß diejenigen von denen wir Unterstützung in finanzieller Hinsicht erwarten - nämlich die Krankenkassen/ Pflegekassen da am meisten sparen wollen, wo am wenigsten Gegenwehr zu erwarten ist: die Patienten und die kleinen Leistungserbringer im Gesundheitswesen.
Währenddessen erfreut sich die mächtige Pharmalobby steigender Renditen! Leider ist auch der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen) nicht grundsätzlich auf der Seite der Schwächsten um ihnen behilflich zu sein. Deren Hauptanliegen ist - wie der Name ja schon sagt als ein übergeordneter Dienst der Krankenkassen - natürlich grundsätzlich pro Domo, also FÜR die Krankenkassen zu arbeiten und nachzuschauen, ob und wie man eine gewünschte oder erforderliche Leistung kostengünstig anbieten d.h. genehmigt werden kann. Daß dazu gehört es hin und wieder auch Leistungserbringern auf die Finger zu schauen, wenn ihnen Vorwürfe zu Ohren kommen.
Jedoch, denken Sie daran, wenn bei Ihnen die Einstufung zur Pflegestufe ansteht und Sie zur Begutachtung Besuch vom MDK bekommen: Verschweigen Sie nichts von dem, was Sie oder Ihr Angehöriger nicht mehr schafft. Notieren Sie jedes Detail vorher! Schreiben Sie jede Handreichung auf. Was können Sie nicht mehr oder nur noch teilweise - alles ist wichtig. Was Sie nicht benennen, wird nacher nicht bewertet, verordnet und bezahlt. Falsche Scham ist fehl am Platze, es geht um Ihre Lebensqualität! Lassen Sie sich nicht im Gespräch einlullen von Sätzen wie: "...aber das..... schaffen Sie doch noch" . Wenn Sie jetzt zustimmen, obwohl es nicht der Realität entspricht, sondern nur ihrem innersten Wunsch, dann ist das keine Leistung später. Und Sie können auch nicht verlangen, daß die Pflegekraft dies umsonst machen muß - "aus Mitmenschlichkeit". Es sind Ihre Ansprüche und die müssen Sie vorbringen! Diese Gedankenstütze hilft Ihnen nichts Wesentliches zu vergessen.
Schauen Sie sich die Berichte auf der obigen Webseite der Kampagne sorgfältig durch. Die Berichte entsprechen der Alltagswirklichkeit.
Jede Dienstleistung wurde vom Verband und den Krankenkassen gemäß REFA-Zeiterfassung minutiös gelistet und mit einem Preis versehen. Da wird verhandelt und gerungen um jede Minute! So merkwürdig Ihnen das erscheint, das und nur das ist die Leistung die sie erhalten können und die der Pflegedienst erstattet bekommt. Jede Extraleistung und die Zeit dafür, die nicht in Ihrer Verordnung steht, ist eine unbezahlte Leistung des Pflegedienstes und geht u.U. dem nachfolgenden Pflegling zu Lasten, weil dann für ihn weniger an Zeit zur Verfügung steht. Will die Pflegekraft das nicht verantworten, muß sie diese Zeit am Ende dranhängen und diese ist ihr Privatvergnügen aus Menschlichkeit.
So nachvollziehbar es ist, wenn Sie mehr Unterstützung als verordnet haben möchten, oder mehr persönliche Aufmerksamkeit und Zuwendung benötigen, weil es ihnen seelisch nicht gut geht, es muß der Pflegedienst auf die Erstattung verzichten - manchmal bedeutet es auch ein schmälern des Verdienstes. Es geht hierbei nicht um einmalige Ausnahmen. Brauchen Sie dauerhaft mehr Leistungen bedeutet dies, Sie müssen beim MDK eine erneute Begutachtung beantragen, damit die Verordnung oder die Pflegestufe dem neuen Ist-Zustand angepasst werden. Niemand kann erwarten, daß die kleinen Leistungserbringer für ein Dankeschön oder einen Butterbrot-Betrag Schwerarbeit verrichten und Pflege ist körperlich und seelisch keine leichte Tätigkeit. Ich habe große Hochachtung vor allen, die diese verantwortungsvolle und gesellschaftlich wichtige Dienstleistung an sieben Tagen der Woche erbringen! Unabhängig davon ob es eine Privatperson ist oder eine Pflegefachkraft.
Ruth Knittel
Am 29. Juni titelt die NZ: 82-Jährige will kein Sozialfall sein. Es ging um eine Dame, die noch zuhause ganz gut zurecht kommt. Für die Dinge, die sie alleine nicht mehr schafft, hat sie einen Zivi, der ihr zur Hand geht. Dafür zahlt sie monatlich 250 €. Er hilft der gesundheitlich stark beeinträchtigten Dame, der es unter anderem auch nicht mehr möglich ist mit dem Gehstock oder dem Rollator zu gehen, dabei ihr Leben zu meistern. Nun hatte sie Pflegestufe I beantragen wollen. Wie das so ist kam der MDK zur Begutachtung. Die Kriterien sind bestimmt: 45 Minuten tägliche Hilfeleistungen sollten notwendig sein. Senioren pflegen aus Schamgründen oftmals die Hilfsbedürftigekeit herunter zu spielen und geben vor mehr zu schaffen, als tatsächlich möglich ist, da sie täglich unterschiedlich belastbar sind. Bei der Dame wurde ein Bedarf für 15 Minuten festgestellt - das ist zu wenig. In ihrem Fall waren das folgende Hilfszeiten:
4 Minuten fürs Waschen
Überprüfen Sie selbst, wenn Sie noch fit sind, ob sie das in dieser Zeit bewerkstelligen. Jeder den ich gefragt habe, schüttelt den Kopf. Wäre diese Seniorin im Altenheim, wären nicht nur die anfallenden Kosten höher, wenn die Rente nicht dafür reicht, die von der Pflegekasse zu tragen wären. Auch die Beantragung von Pflegestufen klappt in Heimen immer besser, weil das Personal die Kriterien kennt und daher auch unbelastet andere d.h. realistische Angaben macht über die Hilfeleistungen. Ein Gang vor das Sozialgericht hat ihr nicht geholfen, da die Kriterien nun einmal feststehen und alles auf den Angaben der Senioren beruhte. Der Richter meinte: "So lange Sie noch irgendwie klarkommen, bekommen Sie nichts". Deutlich gesagt: Alle Ersparnisse müssen zunächst aufgebraucht werden - es sei denn ihr Hilfsbedarf wird nach neuer Begutachtung anders bewertet. Wenn sie dann nichts mehr hat, dann zahlt der Bezirk Mittelfranken als Sozialhilfeträger die Summe drauf, die notwendig ist. Hintergrund ist natürlich, daß die Gutachter vom MDK immer pro Krankenkassen entscheiden und die sind froh um jeden Betrag, den sie zu anderen Trägern "umleiten" können. Es wäre also gut, wenn die Senioren Beratung hätten, wie man sich bei einer solchen Begutachtung entsprechend verhält. Sind Senioren jedoch Alleinstehend hilft nur, sich bei den entsprechenden Stellen genaue Informationen geben und sich beraten zu lassen. Lassen Sie sich notfalls eine Pflegefachkraft empfehlen, die die Zeiten mit ihnen zusammen durchgeht, beobachtet und aufschreibt. Oft werden "Kleinigkeiten" vergessen, die sich in der Summe auswirken.
.... und die HypoVereinsbank meldet sich nicht.
Ich habe selbst schon mehrere Senioren beraten und betreut. Da in den Jahren 2007 bis 2008 die Eltern meines Mannes intensiv bis zu ihrem Tod betreut werden mußten, bemerkten wir gar nicht, daß auch bei der Verwandten Handlungsbedarf entstand. Die Verwandte - eine Wittwe ohne Kinder - zog im September 2006 nach Anraten ihrer Ärzte in ein Pflegeheim. Bei der Wohnungsauflösung und diversen Finanzmanagements half ihr damals teilweise der Bruder, bis er selbst nicht mehr konnte. Aber sie hatte folgerichtig und vorausschauend gedacht. Ihre Versicherungen wurden von einer großen und namhaften Versicherungsagentur betreut und die Geldanlage von ihrer HypoVereinsbank. Zusätzlich machte sie einen Bestattungsvertrag bei der Stadt Nürnberg und setzte ein Testament mit ihrem letzten Willen auf. Damit, so dachte sie, seien alle Angelegenheiten geregelt und in besten Händen. Nicht ganz, wie es sich herausstellte.
„Bitte kommen Sie vorbei, es sind schwierige finanzielle Dinge zu regeln!“
Kurz vor Ostern rief mich das Pflegeheim an, es gäbe finanzielle Probleme zu regeln. Ich sah mir in den folgenden Wochen die Unterlagen durch und stellte fest, daß man ihr neben Sterbegeld- und Bestattungsvorsorgeversicherung auch noch VIER Unfall-Komfort-Versicherungen verkauft hatte. Zwei bestanden bereits bei Einzug ins Pflegeheim und zwei weitere wurden ihr nach Einzug noch dazu verkauft. Einige Monate später stellte man seitens der Agentur fest, daß viermal Assistance im Haushalt und für Auslandsreisen nicht versicherbar seien und sie bekam die zuviel gezahlten Beiträge erstattet. Daß eine pflegebedürftige Seniorin vier Unfallversicherungsverträge brauchte, fand die Agentur - aber auch die Versicherungszentrale auf mein Nachfragen nicht ungewöhnlich. Es mache Sinn, so schrieb man mir - mit reichlicher Verspätung.
„Die Bank an deiner Seite“ „....wir kümmern uns um die Details!“
Aber auch die Bank sah ihren Beratungsauftrag etwas anders, als ein normaler - vor allem älterer Bankkunde – das üblicherweise wünscht. Die Dame hatte, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, einen Vermögensverwaltungsvertrag mit der Bank abgeschlossen. Natürlich wollte sie ihr Geld sicher anlegen und Zinsen dafür bekommen. Man empfahl ihr eine Kombianlage mit einem Aktiendepot und versprach sich zu kümmern. Das sah dann so aus, daß im Pingpong-Verfahren anfangs immer die gleichen Aktien gekauft - verkauft - gekauft wurden. Dafür wurden natürlich Beratungs- und Wechselgebühren notwendig, die vom Konto gleich abgezogen wurden. Laut Vertrag war eine sichere Anlagestrategie vereinbart. Daran hielt man sich auch eine Zeit lang. Irgendwann wechselte aber der "Berater" und damit auch die Anlagestrategie. Da die Seniorin überhaupt keine Ahnung von der Materie hatte, weil alles was Finanzen und Versicherungen betraf ihr verstorbener Mann erledigte, schöpfte sie weder Verdacht, noch verstand sie was in den Mitteilungen stand. Daher tat sie was viele in ihrem Alter tun, sie heftete alles brav ab und vertraute Blind ihren Beratern.
Klamm heimlich von der sicheren Anlage zu mehr Risiko
Im Jahr 2008 wurden jedoch riskantere Werte gekauft, die dann innerhalb weniger Monate aufgrund der sich anbahnenden Finanzkrise mit einem deutlichen Verlust von über 5 % zu Buche schlugen. Das waren einige Tausend Euro! Man empfahl ihr dann die Auflösung und übertrug alles auf ihr Girokonto.
Werden Sie bei der Bank beraten oder doch nur verkauft?
Dass ihre Renteneinkünfte jedoch nicht für ihre Fixkosten (Heimkosten, persönliche Kosten als Zusatz sowie der Versicherungsbeiträge) reichten, war deutlich sichtbar, daran daß der Kontostand dahinschmolz. Aber die Verwandte die aufgrund einer leichten Demenz den Überblick längst verloren hatte, bekam die Entwicklung gar nicht mit. Ihr "Berater" von der Bank, brachte beim Hausbesuch immer die Summe mit, die sie sich vom Konto auszahlen ließ. Ganz offensichtlich, wurde sie auf die sich abzeichnende Problematik nicht hingewiesen. Beweisbar ist es allerdings nicht, denn es steht hier Aussage gegen Aussage - der Aussage einer Dame die manches durcheinander bringt. In dieser Situation wäre natürlich das Verantwortungsbwußtsein eines Vermögensverwalters notwendig gewesen.... wäre.
Eines Tages heißt es: Rien ne va plus
Eines Tages war auch der Dispo aufgebraucht und der Bank"berater" erklärte ihr kategorisch: "Keine Auszahlung, das Konto ist leer". Das war natürlich ein Schock für sie, denn sie hatte nur noch 30 Euro in der Börse. Auf diesem Stand der Entwicklung kam ich ins Spiel. Anfang April schrieb ich einen Brief an die Niederlassungsleitung dieser Bankfiliale und erbat diverse Auskünfte. Seitdem warte ich auf Antwort auf meinen Brief, dessen Eingangsbestätigung ich erhielt. Nach einigem Zuwarten wandte ich mich an die BaFin und schilderte die Vorgänge. Auch, daß ich um Auskunft über die Beratungs-protokolle für die Anlagestrategie gebeten hatte. Die BaFin antwortet mir nach einiger Zeit. Sie schrieb, daß Beratungsprotokolle erst sein 1.1.2010 verpflichtend seien und somit eine Herausgabe nur freiwillig geschehen kann. Außerdem sollte ich beweisbar darlegen, wie die Verwandte beraten wurde und welche Vorgaben sie gemacht habe und ob sie sich denn an die Empfehlungen gehalten habe. Prima, dachte ich ergrimmt, daran wird sich die Verwandte sicherlich detailliert erinnern was sie vor vielen Jahren einmal besprochen hat.
Ein weiteres Problem, tat sich bei der Beantragung für Sozialhilfe auf. Der Bezirk erwartet eine ausführliche Finanzauskunft für die letzten ZEHN Jahre.! Leider waren die Unterlagen auch da nicht komplett, so daß ich am Bankschalter um Kopien bat. Einen Teil der Kopien bekam ich großzügigerweise nach erteilen einer Kontovollmacht. Auf die restlichen noch fehlenden Unterlagen warte ich bereits jetzt schon wieder über drei Wochen, so daß der Antrag nicht fertig bearbeitet werden kann. Solange kann sich die Tante keinerlei Dinge für ihren persönlichen Bedarf kaufen z.B. Hygieneartikel. Zum Glück hilft hier die Heimverwaltung aus und stundet das Geld für die notwendigsten Dinge.
Das tangiert aber die Bank nicht besonders. Sie versteht die Welt nicht mehr. Jedesmal fragt sie, wenn ich sie besuche: "Was habe ich den verbrochen, ich habe doch vorgesorgt und war nie verschwenderisch?" Was soll man darauf antworten? Auf ihre alten Tage wird sie zum Sozialfall und das ist schlimm für diese Generation. Eine Generation die für sich selbst sorgen will, die keinem zur Last fallen will - auch nicht dem Staat. Eine Generation die noch ein Schamgefühl bei solchen Dingen hat und kein Anspruchsdenken! Inzwischen habe ich mit dem Sachbearbeiter für den Sozialhilfeantrag vereinbart, daß ich schicke was ich habe, weil die Bank mich hängen läßt. Es muß ja weiter gehen.
Fazit:
Sie ist sicherlich kein Einzelfall in Deutschland. Meinem Schwiegervater wurde von einer anderen Bank mit 78 Jahren (2006) eine Geldanlage "empfohlen" - und zwar ohne Vertrag! - mit einer Laufzeit von 10 Jahren, angelegt in Schottland. Und was ich da im Zusammenhang mit der übernommenen amtlichen Betreuung erleben durfte spottet jeder Beschreibung. Nur meiner Hartnäckigkeit zufolge konnte ich das Geld vor einem Totalverlust bewahren! Sogar vor einer Lüge schreckten die "Berater" damals nicht zurück. Man hat von einem Tag auf den anderen, den Onlinebankzugang klammheimlich gesperrt und dies begründet mit einem Gesetz zum Schutz des Bankkunden. Via Amtgerichtsnachfrage konnte ich diese jedoch schnell enttarnen und ich habe dann die gesamte Geldanlage auf die Sparkasse übertragen. Gerade noch rechtzeitig.
Ich finde es entsetzlich und schändlich wie man mit der Gutgläubigkeit und dem Vertrauen von hochbetagten Leuten umgeht.
Denken Sie daran: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist viel besser!
In diesem Sinne: Fragen Sie Löcher in die Bäuche. Scheuen Sie sich nicht davor, die vielen Beratungsstellen die die Stadt Nürnberg anbietet zu konsultieren. Auch eine 30-40-jährig währende Kundenbeziehung kann so enden wie oben beschrieben. Bank- und Versicherungsberater stehen Heutzutage unter einem enormen Erfolgsdruck seitens ihrer Vorgesetzten / Firmenzentrale. Manchmal lockt auch einfach die schnell verdiente Provision.
Ruth Knittel
Status osteuropäischer Haushaltshilfen ist rechtlich besser geklärt
Bonn - Zehntausende Frauen aus Osteuropa kümmern sich in deutschen Familien um Pflegebedürftige. Die Helferinnen aus Polen, Tschechien oder Ungarn sind angesichts immenser Pflegekosten oft die einzige bezahlbare Entlastung für erschöpfte Angehörige, die Schwertkranke rund um die Uhr zu Hause versorgen wollen. Das Geschäft mit der Vermittlung ausländischer Hilfskräfte boomt, vor allem im Internet. Doch so manche Vermittlungsagentur arbeitet am Rande der Legalität.
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich nun über die Agentur für Arbeit eine Hilfe aus dem Ausland in den Haushalt holen. Seit Dezember 2009 dürfen legal beschäftigte Frauen jetzt auch einfache "pflegerische Alltagshilfe leisten". So etwas hat der Gesetzgeber bisher nicht erlaubt. Die Frauen konnten nur als Haushaltshilfe angestellt werden.
Einige unseriös arbeitende Agenturen haben dabei Billigkräfte für bis zu drei Monaten wechselweise in die Haushalte vermittelt, die teilweise angeblich in ihrem Heimatland angestellt sein sollten . Hier gehen Familien ein Risiko ein, daß dies als Schwarzarbeit ausgelegt werden kann, da solche Varianten rechtlich höchst umstritten sind. Auf dünnem Eis bewegt man sich auch, wenn die Betreuerin ein Gewerbe in Deutschland angemeldet hat. Neben der rechtlichen Seite sollte immer bedacht werden, daß beständiger Wechsel von Pflege- oder Haushaltskräften natürlich auch eine Belastung für den pflegebedürftigen oder dementen Angehörigen darstellt. Wer das Risiko besonders klein halten will sollte lieber bei der ZAV Zentralen Arbeitsvermittlung über die örtliche Agentur für Arbeit nach einer Haushaltshilfe suchen lassen. Auch nachträglich ist die Anderung eines rechtlich nicht sicheren Status noch unproblematisch möglich, solange man dies von sich aus offiziell anmeldet und legalisiert. Natürlich prüft die Agentur immer erst noch den örtlichen Arbeitsmarkt, bevor sie sich an die ZAV im Ausland wendet.
Nicht jede Leistung darf die Haushaltshilfe übernehmen
Die Helferinnen dürfen seit kurzem nun nicht nur Essen kochen, sondern den Kranken auch füttern. Das war bisher nicht erlaubt, hat sich aber als praxisferne Regelung herausgestellt. Auch der Toilettengang gehört nun zu den Verrichtungen die Haushaltshilfen übernehmen dürfen, sowie Hilfe beim an- und ausziehen und beim Zu-Bett-Gehen. Ebenso die Körperpflege. Alles was darüber hinaus geht z.B. die Behandlungspflege, Spritzen geben oder Medikamente reichen muß ausgebildetem Fachpersonal überlassen werden. Die Kosten dafür trägt die Pflege- respektive die Krankenkasse.
Wichtig: Die Bezahlung ist nicht frei aushandelbar.
Der Osteuropäierin muß nach Tarif bezahlt werden. Die Brutto-Löhne liegen derzeit je nach Bundesland zwischen 1099 und 1353 Euro. Dazu kommen die Sozialabgaben. Man muß Zusatzkosten von 20 bis 30 Prozent einkalkulieren. Als Arbeitszeit gilt die 38,5-Stunden-Woche sowie ein Urlaubsanspruch von bis zu 30 Tagen. Auch wenn die Frauen mit im Haushalt leben, ist ihre Arbeitskraft nicht rund um die Uhr abrufbar. Jede Mehrleistung muß als Überstunden bezahlt werden. Werden Unterkunft und Verpflegung gestellt, dann dürfen sie etwa 380 Euro vom Bruttolohn abziehen.
Die haushaltsnahen Dienstleistungen sind jedoch unter Umständen absetzbar und zwar bis zu 4000 Euro. Um diesen Betrag sinkt die Steuerlast. Sprechen Sie hierauf ihren Steuerberater an.
Demografieforum in Nürnberg
Tagung zur Bevölkerungsentwicklung
Das Seniorenamt veranstaltete eine Tagung unter dem Motto "Grau ist bunt" über die Chancen die eine alternde Stadtgesellschaft bietet.
Das Fazit dieser Tagung lautete, daß man in Sachen Seniorenpolitik die ältere Bevölkerung nicht nur unter dem Aspekt "Hilfsbedürftigkeit" zu betrachten hätte. Die Vorstellung von Altsein sollte im Bewußtsein so nach und nach durch realistischere Leitbilder ersetzt werden, meinte der Dortmunder Professor für Soziale Gerontologie, Gerhard Naegele. Er meinte, wir werden zukünftig auch mehr ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben sowie vermehrt auch ältere Behinderte. Hinzu kämen außerdem noch eine wachsende Zahl an demenziell Erkrankten und alleinstehenden Hochaltrigen.
So wurde auch unter diesem Aspekt mit dem Titel: "Wer kommt zu deinem 90. Geburtstag?" vom früheren Ludwigsburger Oberbürgermeister Christof Eichert einige Fragen zur Diskussion gestellt. Die Problematik ist, daß in zehn Jahren ein Drittel der 65-Jährigen keine Kinder oder Enkel haben wird. Deswegen müsse Familie anders definiert werden. Das gehe zum Beispiel durch verschiedene Formen neuer Wohngemeinschaften. Hier ist nicht nur die Kommune gefragt, sondern auch ein umdenken der Menschen.
Ein weiteres Problem stellt die Altersdiskreminierung von Menschen dar. Einerseits würden einige Menschen gerne länger arbeiten, andererseits finden bereits schon Menschen über 50 oft keinen Arbeitsplatz mehr. Dadurch, daß in der Vergangenheit durch staatliche Maßnahmen viele Menschen in den Vorruhestand geschickt wurden, werden ältere Mitarbeiter in einigen Unternehmen gar nicht mehr verzeichnet und auch nicht mehr eingestellt. Andererseits wird durch die Situation in der Rentenkasse die Rentenbezugsgrenze auf 67 Jahre hochgesetzt.
Neben dem Imageproblem und des möglichen Fachkräftemangels, kommt auf einige eine ungewollte Frührentner eine Rentenkürzung auf sie zu. Einige Kommunen verzeichnen aus unterschiedlichen Gründen eine Bevölkerungsveränderung. Die Stadt Altena habe in den vergangenen 15 bis 20 Jahren etwa 30 Prozent ihrer Bevölkerung verloren. Auf die Kommunen kämen neue Aufgaben zu. Zum Beispiel Wohnraum der Barrierefrei und für neue Wohnformen geeignet sein sollte. Beschriftungen in größerer Schrift und entsprechenden Farbgebungen.
Insgesamt konstatierte das Seniorenamt eine interessante und gelungene Veranstaltung.
Und hier noch ein weiterer Skandal aus dem Whistleblower-Netzwerk
Patientenschutz, Sicherheit und Kostenersparnis durch Whistleblowing
Was wäre in einem solchen Fall in Deutschland passiert? Hätte der Arzt überhaupt jemanden gefunden, der „zuständig“ wäre?
„Egal ob es um Korruption zwischen Ärzten und Krankenhäusern, unethisches oder kriminelles Verhalten der Pharmaindustrie, um unzureichende Pflegekapazitäten oder um das Vertuschen von Behandlungs- und Hygienefehlern geht, all dies kostet viele Mitmenschen die Gesundheit und den Steuer- und Beitragszahler jährlich Milliarden. In all diesen Fällen täten wir gut daran, diejenigen zu stärken und zu schützen, die auf solche Missstände hinweisen, damit sie endlich abgestellt werden können.“, so Guido Strack, der Vorsitzende des Whistleblower-Netzwerk e.V. Nach Auffassung des Netzwerks ist ein umfassender gesetzlicher Whistleblowerschutz in der Gesundheitsbranche und anderswo dringend nötig.
Quelle:Whistleblower e.V.
Satt und sauber?
Eine Altenpflegerin kämpft gegen den Pflegenotstand
Das Whistleblower-Netzwerk und der Rowohlt-Verlag machen in einer gemeinsamen Aktion auf eine Buchveröffentlichung zum 1. 10. aufmerksam: Die Geschichte der Altenpflegerin Brigitte Heinisch.
Sie ist Trägerin des Whistleblowerpreises und des Publikumspreises der ARD für Zivilcourage.
Brigitte Heinisch konnte nicht mehr wegsehen: Heimbewohner lagen bis zum Mittag in Urin und Kot, andere wurden ohne richterlichen Beschluss in ihren Betten fixiert. Sie schlug Alarm bei ihrem Arbeitgeber, aber ohne Erfolg.
Der Fall Heinisch zeigt auch, wie dringend gesetzliche Maßnahmen für Whistleblower – Menschen, die sich nicht mit Missständen und unhaltbaren Zuständen abfinden wollen und deshalb Alarm schlagen - notwendig sind.
In Deutschland wird derzeit die Einführung eines ähnlichen Paragraphen 612a im Bürgerlichen Gesetzbuch im Bundestag diskutiert, der aber weit hinter die US-Regelungen zurückfällt. Selbst mit dieser neuen Regelung wäre Brigitte Heinisch gekündigt worden. Solange Schutzmaßnahmen nicht zielgerichtet und wirksam durch den Gesetzgeber angegangen werden, wird sich auch im Bereich der Altenpflege nichts ändern.
Die Originalausgabe (224 Seiten, Rohwolt-Verlag) ist für 12 € im Buchhandel oder bei Amazon erhältlich (www.amazon.de)einen weiteren interessante Buchtipp zur Thematik selbstbestimmtes Wohnen erhalten Sie unter Themen/ Wohnen (einfach nur Link anklicken!)
Erste Bewertungen von Pflegeheimen
Quelle: epd
Link: www.pflegelotse.de
Auf dieser Webseite des vdek kann man mittels Ort und Postleitzahl Häuser auswählen. Wichtig dabei ist bei der Suche anzugeben "mit Transparenzbericht", weil hierunter die Benotungen hinterlegt wurden. Leider sind derzeit keine Ergebnisse von Häusern aus der Metropolregion zu finden.Wir wollten aber auf die Meldung nicht verzichten. Laut Verband kommen aber ständig neue Wertungen hinzu. Schauen Sie bei Interesse einfach hin und wieder einmal nach.
update:
Ein Rundbrief des Pflege-Selbsthilfeverband e.V. erreichte uns diese Tage - wir zitieren daraus:
Prüfergebnisse des MDK werden seit dem 2.Dez. im Internet veröffentlicht
Aktuell seien jedoch erst ca. 20 von rund 2.000 vorhandenen Ergebnisse eingestellt, siehe unter www.pflegenoten.de. Rheinland-Pfalz weigert sich die Noten öffentlich zu machen, nicht weil diese schlechter sind als anderswo, sondern weil das Sozialministerium von Anfang an grundsätzliche Bedenken hatte und Nachteile vor allem für die ambulante Pflege sieht. Auch die kritische Sicht des Pflege-SHV wurde bei den gestrigen Berichterstattungen der Presse verschiedentlich einbezogen.
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Wie schon öfter hier wiederholt, gilt also auch bei den dort veröffentlichten Bewertungen - wie auch bei anderen Portalen, die solche bereitstellen immer auch der eigene Eindruck! Gehen Sie persönlich hin (unabhängig davon, ob für sich selbst oder für Angehörige) und zwar zu unterschiedlichen Zeiten. Nehmen Sie sich die Zeit! Gehen Sie morgens, mittags, spätnachmittags oder auch mal abends und am Wochenende hin. Gehen Sie am Wochenende nicht zu den üblichen Besuchszeiten (da ist das Haus immer am besten besetzt). Beobachten Sie das Personal (wirkt es freundlich oder gehetzt und mürrisch). Wie ist der Geruch in den Gängen und stehen unnötig Wägen mit gebrauchter Wäsche oder Geschirr herum, das längst hätte weg sein sollen. Sehen Sie sich das schwarze Brett an. Gibt es regelmäßige Veranstaltungen und Therapieangebote. Was wird angeboten und in welchem Turnus. Welchen Eindruck vermitteln bettlägerige Patienten und die in Rollstühlen sitzenden Leute. Werden Demente nur abgeschoben in eine "beschützende Station" , oder gibt es eigene Angebote dafür. Wirken die Zimmer sauber und sind sie hell und freundlich? Sind an guten Tagen auch Rollstuhlfahrer im Garten an der frischen Luft? Nehmen Sie sich die Zeit. Und in den Häusern für Rüstige immer auch die Frage: Was kann ich mitnehmen? Sind meine Haustiere erlaubt? Wieviel Eigenständigkeit kann ich leben. Denken Sie immer daran, wenn Sie als Paar einziehen, daß einer vielleicht einmal pflegebedürftig sein könnte und auch da ggf. eine unkomplizierte Regelung möglich sein sollte ohne umziehen zu müssen.
Aber: wenn es einmal doch nicht so wie erwartet sein sollte, besteht immer die Möglichkeit den Heimvertrag zu kündigen und in ein anderes Haus zu ziehen. Man muß nichts akzeptieren, was belastend ist. Sollten Sie die Möglichkeit haben, dann nutzen Sie Angebote wie Probewohnen! Hier haben Sie die beste Gelegenheit, die Organisation im Haus, die Angebote (was wird tatsächlich genutzt) und die Bewohner zu prüfen und Fragen zu stellen. Sie wollen doch Ihre letzten Lebensjahre dort bleiben und dann sollten Sie sich auch wohlfühlen - im Haus und mit den Mitbewohnern.
Ruth Knittel
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Weitergehende Infos:
5.10.2009, ARD - Report: "Pflege TÜV, Warum die ersten Bewertungen von Pflegeheimen völlig nutzlos sind."
Beispiel: O-Ton, Andreas Peifer, MDK Rheinland-Pfalz Verwaltungsrat:
»Die tatsächliche Pflegequalität wird durch die Transparenzkriterien eindeutig verschleiert. Aus unserer Sicht stellt dieses eine große Volksverdummung dar.« Im Gegensatz dazu bleibt Herr Dr. Pick, Geschäftsführer MDS bei seiner Beteuerung, dass die Prüfergebnisse "die Qualität in den Einrichtungen sehr sauber abbilden." Wir können nur hoffen und uns dafür stark machen, dass diese kostspielige Volksverdummung schnellstmöglich unterbunden wird.
Wohin entwickelt sich die Gesundheitsversorgung in Deutschland?
Genauso problematisch ist das Gesundheitsministerium. Ein Amt, das nicht unbedingt beliebt ist bei den Politikern - die ja auch sehr häufig versuchen das Amt schnell wieder zu wechseln. Einzige Ausnahme derzeit Ulla Schmidt. Dies ist jedoch kein Qualitätszertifikat für ihre Fachkompetenz, sondern eher ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken. Das Problem mit diesem Amt ist schnell erklärt: Es ist höchst undankbar, weil hier unterschiedliche Interessenlagen aufeinander prallen, die vom Wesen her zusammengehören - aber nicht zusammenpassen.
Einerseits die Bereiche Gesundheitsdienstleister wie Ärzte, Krankenhäuser und Therapeuten. Die Gesundheitshandwerker wie Orthopädietechnik und Zahntechnik und auf der anderen Seite die Pharmazeutische Industrie. Während die einen an der Heilung oder Linderung von Krankheiten bei Patienten interessiert sind, sind letztere eher wirtschaftlich daran interessiert, daß die Patienten krank bleiben. Denn nur eine Kranker braucht Medikamente. Bis dato war die Lobbyarbeit der Pharmazie immer sehr erfolgreich, denn da besteht immerhin die Möglichkeit für Politiker - während oder nach ihrer Amtszeit - einen gut dotierten Posten im Aufsichtsrat oder Vorstand einzunehmen. Bei den eher kleinen Gesundheitsdienstleistern und -handwerkern gibt es das nicht, weshalb hier auch am ehesten eingespart wird.
"Wir hören immer nur: wenn wir nur genügend sparen, dann ist genug für alle da. Aber das ist einfach nur eine Ausflucht."
Zitat von einem Allgemeinarzt aus der Sendung FAKT vom 19.10.2009 im MDR
Aber auch der Patient wird immer öfter zum Spielball der Gesundheitspolitik. Diese gibt zwar vor nur zu deren Wohl zu dienen, schnell wird jedoch klar, daß er in der Regel dann wichtig wird, wenn Patienten als Spielball politisch-strategischer Spiele nützlich sind. Der eher uninformierte Patient, dessen Hauptaugenmerk verständlicherweise seiner Gesundheit gilt, ist diesen Dingen gegenüber oft hilflos ausgesetzt. Einerseits erklärt die Politik allenthalben und besonders vor Wahlen: "Die Rationierung von Leistungen findet in der Bundesrepublik nicht statt"; jedoch hat es jeder Patient schon erlebt, daß der Arzt Leistungen ablehnen mußte, ins nächste Quartal verschoben hat und auch Termine für Kassenpatienten sehr oft nur noch in Notfällen kurzfristig zur Verfügung standen. Ärzte nennen solche Ereignisse im Fachjargon "Budgettage" 37 Euro bekommt er pro Patient im Quartal als sogenannte Regelleistung. Wenn er sein Budget überzieht, zahlt er drauf, meist in Form unentgeltlicher Arbeit. Patienten die häufig in die Praxis kommen oder besucht werden müssen sind für jede Praxis daher problematisch.
Es ist natürlich sehr scheinheilig, wenn - wie in der Vergangenheit oft geschehen - Ulla Schmidt oder Herr Lauterbach (beide SPD) vor der Kamera erklären, Rationierungen gäbe es nicht, und die Vorgänge wären lediglich Auswüchse die einer sogenannten "Zweiklassengesellschaft" in der Medizin geschuldet sind. Dies könne man am besten ändern, indem man die Privatversicherten aus dieser Versicherung herauslöst und zwangsweise in eine gemeinsame Versicherung für alle Bürger - genannt Bürgerversicherung . Nicht geklärt ist dabei jedoch (und das sagt kein Politiker laut), weiterhin das Finanzierungsproblem. 90 Prozent aller Versicherten sind sowieso schon in der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch die eingeplanten zehn Prozent aus der Privatversicherung können nicht lösen, was die Politik schon seit über 30 Jahren nicht zu lösen vermag oder nicht wagt: Durch die demografische Veränderung (mehr ältere Bürger, die zunehmend naturgemäß mehr Leistungen beanspruchen) sowie die durch den medizinischen Fortschritt erfreuliche Tatsache der höheren Lebenserwartung, werden natürlich die Sozialkassen (Rente, Pflege, Kranken) mehr und länger beansprucht als früher. Um das Problem zu lösen müßte entweder die Finanzierung geändert werden oder die Leistungen neu definiert. Das ist natürlich ein heikles Thema, das kein Politiker gerne anpackt. Wie sag ich´s meinem Volk, scheint so mancher Politiker sich zu fragen und darum wird dieses Thema auch immer wieder in die nächste Legislaturperiode verschoben.
"Das andere werden wir uns nicht mehr leisten können."
Experte: Parteien haben sich Debatte verweigert

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