Wenn die Blase nicht mehr dicht ist…

… dann ist das in den meisten Fällen kein unabwendbares Schicksal. Viele Menschen sehen die Harninkontinenz oder gar die Stuhlinkontinenz leider als peinliche Unsauberkeit. Aber es ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit den vielfältigsten Ursachen.

Zunächst einmal verliert Mann oder Frau ungewollt Urin oder Stuhl. Manchmal bei körperlicher Belastung (Husten, Lachen, Niesen, Laufen usw.) oder manchmal auch nicht kontrollierbar. Eine Kombination beider Formen ist möglich. Oftmals wird das Wort “Blasenschwäche” für alle Arten der Harninkontinenz benutzt. In Deutschland sind etwa 4-5 Millionen Menschen davon betroffen. Die Erkrankung ist primär ein Problem der Frau. In der Altersgruppe der über 70-jährigen ist nahezu jede dritte Frau betroffen. Die Häufigkeit fällt bei Männern mit 0,5 Mio Erkrankten (8%) deutlich geringer aus, jedoch ist bei den Männern eine Prostata-Erkrankung sehr häufig die Ursache.

Es gibt zwei Arten der Blasenschwäche: Die Belastungsharninkontinenz ist Folge einer Schließmuskelschwäche der Blase. Im Gegensatz zu den Männern, deren Probleme häufig durch Operationen in Schließmuskelnähe hervorgerufen werden, kommen bei Frauen mehrere Faktoren zum Tragen: so spielen das Alter, die Anzahl der Geburten und das Körpergewicht eine Rolle. Häufig findet sich eine Schwäche des gesamten Beckenbodens. Die Dranginkontinenz ist Ausdruck einer gesteigerten Reizung der sensiblen (für Empfindlichkeit zuständigen) oder der motorischen (für die Muskelaktivierung zuständigen) Nerven. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Entzündungen der Blasen- bzw. Harnröhrenschleimhaut über Schleimhauttumoren, Nervenerkrankungen, Prostatavergrößerung bei Männern bis hin zur Blasen- und Gebärmuttersenkung bei Frauen. Auch die Stuhlinkontinenz kann verschiedene Ursachen haben.

Doch die Ursachen kann man herausfinden:

Die Basisdiagnostik umfasst das Erheben der Krankengeschichte (Anzahl der Geburten, Häufigkeit und Auffälligkeiten bei der Blasenentleerung, Zeitpunkt des Urinverlustes, weitere Erkrankungen), die körperliche Untersuchung (Zeichen einer Blasen-/Gebärmuttersenkung sowie eines Östrogenmangels in der Scheide bei Frauen, Größe und Beschaffenheit der Prostata bei Männern), eine Urinuntersuchung (Ausschluss einer Harnwegsinfektion), eine Ultraschalluntersuchung der Harnblase (Auffälligkeiten in der Blasenwand, Entleerungsstörung der Harnblase) sowie ein Protokoll, in welchem über 24 Stunden Trinkmengen, Toilettengänge sowie der Zeitpunkt eines Urinverlustes verzeichnet werden. Im Rahmen einer speziellen Diagnostik wird die Funktion der Blase und deren Empfindlichkeit bei der Füllung und Entleerung untersucht (Urodynamische Untersuchung). Bei Notwendigkeit erfolgt eine Kontrastmitteldarstellung von Harnröhre und Blase oder eine Blasenspiegelung. Bei der Stuhlinkontinenz ist eine umfassende Untersuchung des Darms, der Schließmuskeln und der Darmtätigkeit erforderlich.

Ist die Ursache erkannt, gibt es eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten. Die dauerhafte Windel müssen Sie nicht hinnehmen! Von der Physiotherapie über Medikamente bis zur vielfach erprobten Operation: es gibt viele Möglichkeiten, eine Blasenschwäche dauerhaft zu beheben. Damit Sie das Leben wieder unbeschwert geniessen können.

Wagen Sie den ersten Schritt und sprechen Sie mit einem Urologen Ihres Vertrauens. Er informiert Sie ausführlich über Diagnosemethoden und Therapie. Damit auch Sie wieder unter die Leute gehen!

Dr. Eckehardt Bismarck, Zentrum für Urologie, EuromedClinic.

Dr. Michael Taeuber, Gynäkologie, EuromedClinic

Dr. Christian Huschke, Chirurgie, EuromedClinic

Kontakt: www.euromed.de, Tel: 0911-9714-0

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