Tag der Zahngesundheit am 25. September 2009

„Gesund beginnt im Mund -  krank sein oftmals auch“

„Tag der Zahngesundheit” 2009 verdeutlicht die Zusammenhänge

Seit 1991 findet dieser Aktionstag in Deutschland statt.
Krankheiten, die im Mund beginnen und Folgen für den gesamten Organismus haben können:

„In der Mundhöhle sind zahlreiche Infektions- und Entzündungsherde möglich. Eine folgenschwere und besonders gut untersuchte Erkrankung der Mundhöhle ist die Parodontitis (von Laien oft Parodontose genannt). Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, bei der es aufgrund der Bakterien am Zahnhals und weiterer Faktoren zur Ausbildung von Zahnfleischtaschen, zum Abbau des zahnumgebenden Knochens und letztlich auch zum Zahnausfall kommen kann. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Patienten mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und eine schlechtere Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) aufweisen. Obwohl die genauen Krankheitszusammenhänge noch nicht vollständig erforscht sind, nimmt man an, dass bei einer Parodontitis Bakterien und Entzündungsmoleküle aus dem Mund in die Blutgefäße des Zahnhalteapparates gelangen und sodann über das Blut zu anderen Stellen des Körpers transportiert werden. In den Gefäßen, die das Herz oder das Gehirn versorgen, können die Bakterien und Entzündungsmoleküle zu Schädigungen, Verdickungen und Verkalkungen der Gefäßwände führen. Zusätzlich können diese Entzündungsmoleküle die Wirkung von Insulin, das unter anderem die Aufnahme von Zucker in Zellen fördert, hemmen. Dadurch verbleiben mehr Zuckermoleküle im Blut, d.h., der Blutzuckerspiegel steigt an, was besonders bei Diabetikern kritisch ist.”
Krankheiten aus dem Bereich der Allgemeinmedizin mit Auswirkungen auf die Mundgesundheit:

„Obwohl es zahlreiche weitere Erkrankungen (z.B. Blutkrebs, Aids) gibt, die einen schädigenden Einfluss auf die Mundhöhle ausüben, sei hier als Beispiel aufgrund der enormen Verbreitung in der Bevölkerung noch einmal der Diabetes erwähnt. Patienten mit einem schlecht eingestellten Diabetes leiden häufiger an einer Parodontitis als Nichtdiabetiker. Bei einem schlecht eingestellten Diabetes können die hohen Blutzuckerspiegel zu einer Veränderung von Proteinen führen. Solche veränderten Moleküle lagern sich bei schlechter Blutzuckereinstellung vermehrt in den Geweben des Körpers, so z.B. auch im Zahnhalteapparat, ab. Da diese Moleküle entzündungsfördernd sind, wird die durch die Parodontitis hervorgerufene Entzündung im Zahnhalteapparat zusätzlich verstärkt. Als Folge der exzessiven Entzündung kommt es dann zu einem verstärkten Abbau des Zahnhalteapparats, denn mit Zunahme der Entzündung entstehen auch mehr gewebeauflösende Moleküle. Bei übergewichtigen Diabetikern werden außerdem noch Moleküle aus dem Fettgewebe ins Blut freigesetzt, die ebenfalls im Zahnhalteapparat die Entzündung und den Abbau des Zahnhalteapparats fördern.”

Daher ist es wichtig eine gute Zahnhygiene zu betreiben. Neben dem täglichen Zähneputzen kann man bei seinem Zahnarzt ein- bis zweimal jährlich nicht nur die übliche Kontrolle vereinbaren, sondern zusätzlich sich noch eine “Professionelle Zahnreinigung” (PZR) gönnen. Die Professionelle Zahnreinigung umfasst eine gründliche Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume,eine Politur und abschließende Flouridierung. Zusätzlich wird dann noch die Zusammensetzung des Speichels unter dem Mikroskop untersucht. Damit ist es möglich das Risiko einer Paradontitis zu bestimmen. Fragen zur Mund- und Zahnhygiene können dabei angesprochen werden und Hilfsmittel zur täglichen Reinigung werden empfohlen. Zahnersatzträger erhalten noch spezielle Tipps, wie die richtige Wahl des notwendigen Interdentalbürstchens bei implantatgetragenen Zahnersatz und Hinweise über dessen Gebrauch. Diese Wahlleistung ist in der Regel eine selbst zu zahlende Zusatzleistung. Aber es lohnt sich! Fragen Sie ihren Zahnarzt nach den Kosten, sie werden sehen, es ist nur eine kleine Mehrausgabe, die ihnen jedoch dazu verhilft bestehende Zahnfleischentzündungen zu heilen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Ihr Zahnersatz länger hält oder wird gar vermieden. Mit der richtigen Putztechnik, die Ihnen der Zahnarzt gerne zeigt, oder mit Hilfe einer elektrischen Zahnbürste, können Sie selbst dazu beitragen, daß Plaques und Zahnfleischtaschen gar nicht erst entstehen. Lassen Sie sich auch vor dem Kauf über das für Sie am besten geeignete Gerät beraten und achten Sie vor allem auf den regelmäßigen Wechsel der Bürsten. Manuelle Bürsten sollten alle vier bis sechs Wochen erneuert werden. Nach einer Erkältung empfielt sich allerdings der sofortige Wechsel, um eine Neuinfektion mit Erkältungsviren gar nicht erst zu riskieren! Sparen Sie hier nicht am falschen Ende. Manche elektrischen Zahnbürsten bieten inzwischen auch schon Zusatzgeräte an, womit man die Aufsteckbürsten zwischendrin selbst desinfizieren kann.

Was aber, wenn Sie bereits eine totale Zahnprothese haben?

Viele Prothesenträger sind der Meinung, es genüge die Prothese nur über Nacht in ein Glas mit Prothesenreiniger zu legen.  Andere wiederum benutzen ihre Prothesen sogar nur dann, wenn Sie unter Menschen gehen. Das ist natürlich falsch.

Der Nutzen von Zahnersatz geht weit über das reine Beißen und Kauen hinaus: Bleiben die Strukturen des Mundraums erhalten, beeinflusst dies nicht nur die Nahrungsaufnahme und das Sprechen zum Positiven. Gut sitzende Dritte tragen auch zu Lebensqualität, Zufriedenheit und Selbstvertrauen bei. Daher ist es sehr wichtig die Prothese ständig zu tragen und bei Problemen mit dem Kauen oder bei einem lockeren Sitz, sollte gleich ein Termin beim Zahnarzt vereinbart werden. Trotzdem: auch wenn Sie Prothesenträger sind, werden Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt nicht überflüssig. Neben der Kontrolle der Paßgenauigkeit überprüft der Zahnarzt natürlich auch, ob die Mundschleimhaut in Ordnung ist und ob die Kieferverhältnisse sich verändert haben. In diesem Falle, wird eine Unterfütterung der Prothese im zahntechnischen Labor erforderlich, die dafür sorgt, daß die Prothese wieder funktionsgerecht sitzt.

Selbstverständlich müssen auch die Dritten nach jeder Mahlzeit genauso geputzt werden, wie die natürlichen Zähne auch. Hierfür genügt eine gute Bürste und Zahncreme damit sie sich wieder sauber und frisch anfühlen. Von speziellen Brausetabletten zur Prothesenreinigung ist abzuraten. Die Zeitschrift Ökotest hat soeben eine Reihe von handelsüblichen Gebissreinigern getestet. Das Ergebnis war nicht sehr überzeugend - trotz der Werbeversprechen.


Wirklich sauber?

Viele Gebissreiniger säubern die Dritten nicht gründlich

Öko-Test hat 19 Reiniger untersucht - keiner konnte die Tester rundum überzeugen.

“Löst Flecken und Beläge”, “wirken vorbeugend gegen Zahnsteinbildung und Entzündungen”: So steht es auf der Verpackung einiger Gebissreiniger. Doch viele dieser Versprechungen haben den Öko-Test nicht standgehalten. “Häufig wirken die Gebissreiniger nicht ausreichend gegen Bakterien”, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Öko-Test: “Vielfach ist es auch mit der Reinigungsleistung nicht weit her.” Von den 19 getesteten Reinigern schnitten nur fünf “gut” ab. Vier Produkte befand die Jury hingegen als “mangelhaft”. Im Praxistest hatte Öko-Test die gelösten Gebissreiniger auf einen Hefepilz und vier verschiedene Bakterien einwirken lassen. Nur zwei Produkte verringerten die Anzahl der Hefezellen zufriedenstellend - allerdings erst nach der doppelten empfohlenen Einwirkzeit. Angesichts der schlechten Reinigungskraft vieler Produkte empfiehlt Öko-Test, die Prothese zusätzlich immer mit einer Zahnbürste nachzuputzen. Doch dieser Hinweis fehlt bei vielen Reinigern auf der Verpackung. Und angesichts dieses Ergebnisses können Sie die Prothese auch gleich nur mit der Bürste reinigen und sparen noch viel Geld dabei.


Inhaltsstoffe


Maßgebliche Inhaltsstoffe der Gebissreiniger sind Peroxide wie die als Bleichmittel aus Waschmitteln bekannten Natriumperborat und -percarbonat sowie das aus der Trinkwasseraufbereitung bekannte Kaliumperoxomonosulfat (Caroat). Daraus freigesetzte reaktive Sauerstoffverbindungen sollen Keime töten und Verfärbungen bleichen. Waschaktive Substanzen (Tenside) helfen, Ablagerungen zu beseitigen.

Bei den Inhaltsstoffen wird deutlich, daß Bleichmittel enthalten sind, die wohl Verfärbungen reduzieren sollen. Leider ist bei häufigem Gebrauch von Gebissreinigertabletten immer auch damit zu rechnen, daß nicht nur die Verfärbungen auf den Zähnen gebleicht werden, sondern die gesamte Prothese mit dazu. Das sieht dann natürlich nicht mehr schön aus. Teetrinker und Raucher sollten somit eine besonders gute Zahnhygiene betreiben, damit die damit auftretenden Verfärbungen gar nicht erst entstehen können. Wer trotzdem auf gelegentliche Verwendung nicht verzichten möchte, sollte die Dritten hinterher sehr gründlich mit klarem Wasser nachspülen, um zu verhindern, daß die darin enthaltenen chemischen Stoffe nicht mit Ihrer Mundschleimhaut in Berührung kommen.

Quelle Testergebnis: http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?suchtext=corega%20tabs&doc=93489&pos=0&splits=0:1574:2837:5081:5616:7146:8362:10696

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